Samstag, 30. Juli 2011

Wenn Rassismus und Hass schick werden


Er wartet geduldig. Da! Es bewegt sich etwas? Was sieht man dort hinter dem Fels hervor kommen? Ja, das ist es! Ein typisches Beispiel von Multikulti, das es zu zerstören gilt. Er zielt und schiesst. Booom, getroffen. Cool. Da nochmals, hinter dem anderen Felsen. Zielen und Volltreffer! Hurra, diesen Multikultis zeigt er’s und freut sich darüber!

Nein, hier ist nicht vom Massaker in Norwegen die Rede, sondern von einem Computerspiel. Ein Computerspiel, das die SVP vor einiger Zeit ins Internet gestellt hat und man viel Punkte sammelt, wenn man auf Minarette und rufende Muezzins schiesst. Wenn man das Spiel verliert, ist die Schweiz „voller Minarette“, was als zusätzliche Motivationen dienen soll, alle Minarette zu treffen.

Noch immer trauert die Welt um das Massaker in Norwegen. Noch immer lesen wir fassungslos, dass offenbar ein Einzeltäter eine Bombe gezündet und junge Menschen erschossen hat. Aber auch wenn dies die Tat eines Einzeltäters war, so reicht es nicht, wenn man sich darauf beschränkt und zur Tagesordnung übergeht.

Der Täter ist ein offensichtlicher fremdenfeindlicher Rechtskonservativer, der sich als Kreuzritter im Kampf gegen den Islam und die Linken mit ihrer Vision einer multikulturellen Gesellschaft sieht. Er hat seine Tat lange geplant und hat in rechten Internetforen seine fremdenfeindlichen Ansichten schon lange preis gegeben. Unbemerkt. Und genau das ist das Problem.

Seit einiger Zeit ist eine schleichende Veränderung der Gesellschaft festzustellen. Rassismus, Fremdenhass, Vorurteile und Abschottung werden immer mehr zur Mode. Während man früher noch hinter vorgehaltener Hand mit den Sätzen „ich bin ja kein Rassist, aber....“ begonnen hat, stehen heute viele offen zu ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Ausländerinnen und Ausländern. Man begründet das halt mit schlechten Erfahrungen. Schlechte Erfahrungen sind schliesslich Grund genug, ganze Bevölkerungsschichten zu hassen. In der ganzen westlichen Welt, haben Rechtspopulisten Aufwind. Auch in der Schweiz! Dauernd hört man Warnungen, dass die Schweiz bald untergehe. Wir stimmen über Minarettverbote ab, stimmen über Ausschaffungsinitiativen ab, die nicht mit dem Völkerrecht vereinbar sind und diskutieren wie man am besten verhindern kann, von Asylbewerbern überrannt zu werden.

Mit Millionenkampagnen vermitteln die Rechtspopulisten in unserem Land, dass sie die einzig wahren Kämpfer für die Schweiz sind. In Inseraten wird behauptet, „Linke und Nette“ seien Schuld an den Schlägern, Vergewaltigern und Mördern unseres Landes. Abgerundet werden diese Kampagnen mit den Behauptungen, dass „Schweizer SVP wählen“ würden. Das Gefährliche an der Sache ist allerdings, dass die Kampagnen so tun, als würden sie die „einfachen Bürger“, also das Volk vertreten. Die Kampagnen geben vor, nur die Wut der Bürger auszusprechen und tatsächlich für die Bedürfnisse des Volkes zu kämpfen. Es werden Horrorszenarien aufgezogen (wie z.B. Inserate, die behaupten in 20 Jahren wäre 70% der Schweiz islamisch), nur um dann zu zeigen, dass man diese Horrorszenarien als einzige Partei bekämpft.

So sät man Hass. So sorgt man für Misstrauen. So macht man Rassismus schick. Die Hemmschwelle in vollen Zügen, an Mittagstischen oder an Arbeitsplätzen über Ausländer zu schimpfen, ist nicht mehr vorhanden. Schliesslich sagt man ja nur die Wahrheit.  Die Worte "Solidarität" oder "sozial" werden bereits als negativ oder als lächerlich empfunden. Als „Linker“ ist man sofort in der Defensive. Man hört sich dauernd an, dass man ohnehin weltfremd sei, die Schweiz verraten wolle, Kriminelle verhätscheln und möglichst viel Ausländer in unser Land holen möchte. Das Volk scheint zu wissen, was „die Linken“ denken und wollen, dank den einfachen Hasskampagnen von rechts. Ein Blick in Kommentarspalten von Onlinezeitungen reicht, um zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit und wie breit der Hass bereits gestreut wurde und wie selbstverständlich er geworden ist. Als beispielsweise vor ein paar Monaten ein Schweizer Bauer einen Ausländer erschoss, der von seinem Garten Hanfpflanzen stahl, waren die Kommentarspalten voll mit Sympathien für den Bauer.

Das ist der Nährboden für Fanatismus. Es ist nur logisch, dass dieser Nährboden weitere Hemmschwellen senkt. Wenn es in Ordnung ist, in Onlinespielen vor Abstimmungen Minarette abzuballern, wenn es in Ordnung ist vor Wahlen in Onlinespielen auf Richter zu schiessen und Linke zu verprügeln, wenn es in Ordnung ist Menschen- und Völkerrechte als Gefahr für ein zu Volk verkaufen, was kommt dann als nächstes? Die Leute fühlen sich wütend und sehen sich als Kämpfer für ihr Land. Als Beweis haben sie schliesslich täglich Inserate und die Hetze der grössten Partei unseres Landes, die weiterhin Öl ins Feuer giesst und den Hass anstachelt.

Auch wenn Worte nicht töten können, so lösen sie viel aus. Nur auf fruchtbarem Boden kann etwas wachsen. Das gilt auch für den Fanatismus und den Hass. Da braucht es nicht mehr viel, bis Spinner und Psychopathen sich plötzlich aufgerufen fühlen, im Namen des Volkes gegen „Linke und Nette“, Ausländer und Fremdes zu kämpfen, schliesslich haben sie die Meinung der grössten Schweizer Parteien im Rücken, wie sie täglich auf Plakatwänden und Inseraten sehen können.

Selbstverständlich weisen alle die Schuld weit von sich und empören sich, wenn man ihnen vorwirft, ihr Hass sei der Nährboden für das Massaker in Norwegen. Statt sich zu empören, täten diese Leute aber gut daran, darüber nachzudenken, was sie tun könnten, um Fundamentalismus den Nährboden zu entziehen. Denn wer mit dem Feuer spielt, will zwar in den meisten Fällen keinen Brand verursachen, muss aber damit rechnen, einen auszlösen, spätestens seit Norwegen sollten wir das in Europa wissen.

Fundamentalismus, extreme Positionen und Schüren von Vorurteilen sind Gift für eine Gesellschaft, egal ob es von links oder rechts kommt. Die Politik muss dafür sorgen, dass Auseinandersetzungen durchaus hart, aber mit dem nötigen Respekt und ohne Fanatismus geführt werden. Und das Volk darf sich nicht von Hetzern und Demagogen verführen lassen. Sonst steuern wir auf dunkle Zeiten zu, die sich Europa geschworen hat, nie wieder erleben zu wollen!



Paperblog

Donnerstag, 21. Juli 2011

Unnötiger Generationenkonflikt*

Über mehrere Monate hinweg zieht sich nun die vermeintliche Schlacht schon hin. In der SP tobt kurz vor den Nationalratswahlen ein heftiger Streit, in dem es um „Nachwuchspolitiker“ gegen „Sesselkleber“ zu gehen scheint. Der vorläufige Höhepunkt ist die Nichtnominierung der langjährigen Nationalrätin und Mietrechtsexpertin Anita Thanei, die viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Wofür eigentlich?
Die Fronten scheinen auf den ersten Blick klar: Die Jungen wollen, dass ihnen die Alten im Parlament Platz machen. So einfach ist es aber nicht.
Als 25-jähriger Gemeinderat der Stadt Zürich, der erst seit einem Jahr im Parlament sitzt, würde ich theoretisch zu jenen gehören, die von den „Alten“ Rücktritte forden müsste. Dieses Geheule und die Art wie diese Diskussionen aber geführt werden, gehen mir aber enorm auf die Nerven.
Jung sein ist kein Programm! In einem Parlament braucht es erfahrene, langjährige Politikerinnen und Politiker, die den Politbetrieb kennen und sich mit ihrem über Jahre hinweg angeeigneten Sachwissen, Know-How und Netzwerk engagieren. Gleichzeitig braucht es auch Nachwuchskräfte, die frische Ideen einbringen. Es braucht also eine Mischung aus beiden. Und dafür ist in der SP gesorgt.
Bevor die unnötigen „die Dinosaurier müssen weg“-Forderungen gestellt wurden, war die Durchmischung bei den Wahlen 2011 bereits absehbar. Und mit der Tatsache, dass die beiden langjährigen und verdienten NationalrätInnen Christine Goll und Mario Fehr nicht mehr zu den Wahlen antreten werden, wurden bereits zwei Listenplätze für Nachwuchskandidaturen frei.
Das ganze Theater darum, dass weitere Personen, namentlich Anita Thanei oder Andi Gross, nicht mehr antreten sollen, war also unnötig und roch meiner Ansicht nach lediglich nach Profilierungssucht ungeduldiger Jungpolitiker, die möglichst ins Rampenlicht wollen. Als Jungpolitiker finde ich das falsch, schade und sehr bedauernswert. Es werden unnötigerweise Gräben aufgerissen, Parteikolleginnen und -kollegen brüskiert und Schlammschlachten ausgetragen. Das ist nicht nur schädigend, sondern auch höchst unwürdig jenen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger gegenüber, die sich seit Jahren für eine sozialere Schweiz einsetzen. Als Anita Thanei mitteilte, dass sie darauf verzichte, sich erneut vor den Delegierten zu präsentieren, um vielleicht den letzten Listenplatz zu erhalten, quittierte die Juso dies mit dem Kommentar, Anita habe der Partei „den letzten Akt dieses Theaters“ gespart. Was für eine höhnische und für eine Jungpartei, die sich sonst das Wort sozial nicht genug auf die Fahne schreiben kann, peinliche Aussage!   
Selbstverständlich gibt es sogenannte „Sesselkleber“, die nicht mehr viel leisten und sich nur an ihrem Amt festklammern. Die gibt es in allen Parteien. Es ist in Ordnung, Nationalrätinnen und Nationalräte zu kritisieren. Es ist ebenso in Ordnung mit ihnen über ihre Zukunft zu diskutieren und ihre Rücktritte zu fordern, wenn man mit ihrer Arbeit unzufrieden ist. Es ist aber höchst scheinheilig und kurzssichtig, dies über ein System zu tun, indem man pauschal sagt, dass Leute ab einem gewissen Alter oder ab einer bestimmten Amtsdauer nicht mehr antreten sollen.
Als Junpolitiker bin ich froh um die erfahrenen Parlamentarierinnen und Parlamentarier meiner Partei, von deren Know-How ich profitieren kann und die sich in unserem langsamen Politbetrieb gelernt haben durchzusetzen. Darum hüte ich mich davor, langjährige Parlamentarier wegjagen zu wollen und sie pauschal als Dinosaurier oder Sesselkleber zu betiteln. Solche Forderungen wirken zwar sehr revolutionär und garantieren Medienpräsenz, geleistet hat man dadurch aber noch absolut gar nichts.
Es wäre wünschenswert, dass dieser überflüssige Generationenkonflikt endlich beigelegt werden könnte und wir wieder als Partei, in welcher es für Jung und Alt, sowie für Nachwuchskräfte und erfahre Parlamentarierinnen und Parlamentarier Platz gibt und wir uns nicht bekämpfen, sondern von einander profitieren können.
Auch in der SP sollte es Platz für alle, statt für wenige haben!
Eine Randbemerkung kann ich mir allerdings nicht verkneifen: 1999 wurde der Genfer Nationalrat Jean Ziegler in Genf nicht mehr nominiert, nachdem dieser 28 Jahre lang (also beinahe länger als Andi Gross und Anita Thanei zusammen) für die SP Genf im Nationalrat gesessen hatte. Daraufhin war es die Juso Zürich, die Jean Ziegler auf Platz 1 ihrer Nationalratsliste setzte -und dies als „Solidaritätskandidatur“ bezeichnete!
*in der PS vom 21. Juli 2011 erschienen

Montag, 4. Juli 2011

Illi's Irrtum*

Kürzlich hat Frau Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats Schweiz, die im Islam teilweise noch vorhandene Mehrehe in der Zeitung „Sonntag“ mit folgenden Worten begründet: „Die Aufgabe einer Frau ist es, ihren Mann zufriedenzustellen. Wenn im Koran steht, dass ein Mann mit bis zu vier Frauen gleichzeitig verheiratet sein kann, dann ist das so. Es liegt in der Natur des Mannes, dass er sich irgendwann nach einer anderen Frau sehnt. Viele Frauen sind zu egoistisch. Ich habe keinen Besitzanspruch auf meinen Mann.“

Diese Aussage ist grob verzerrter Unfug. Es ist richtig, dass im Islam die Mehrehe prinzipiell erlaubt ist. Sie kam aber nicht deswegen auf, weil die Frau den Mann zufrieden zu stellen hat, sondern entstand im Jahre 625 nach der Schlacht von Uhud, in welcher viele Männer fielen. In dieser Zeit lebten in der islamischen Gemeinschaft daher weniger Männer, dafür mehr Frauen und Waisen. Deswegen erlaubte der Prophet die Mehrehe von bis zu vier Frauen, nicht aber aufgrund des Triebes der Männer, sondern um soziale Missstände zu beseitigen. 

Der Krux an der Sache: Der Mann muss alle Frauen gleich zufriedenstellen und jeder die gleiche Aufmerksamkeit widmen. Das bedeutet auch, dass er jeder Frau ein eigenes Haus finanzieren und gleich viel Zeit mit jeder verbringen muss. Er darf keine benachteiligen. Aus diesem Grund erlaubte der Prophet die Mehrehe zwar, riet aber von ihr ab, weil er wusste, dass die Bedingungen praktisch unmöglich waren und der Mann somit seine Pflichten als Ehemann kaum hätte erfüllenn können. Der Prophet verbot seinem Schwiegersohn sogar, mehr als eine Frau zu heiraten und sagte gemäss einer Hadith (also einer überlieferten Nachricht): „wenn jemand zwei Frauen hat und sich nur einer von ich ihnen zuwendet, dann kommt er am Tag der Auferstehung mit einer gelähmten Körperhälfte.“ Die Frauen dürfen also auch in einem konservativen Islam ruhig etwas egoistischer sein. Wenn nicht sich selbst, dann der einen Körperhälfte ihrer Ehemänner zuliebe. 


*Artikel im Tages-Anzeiger am 4. Juli 2011 erschienen

Dienstag, 8. Februar 2011

Budget Stadt Zürich: Schädliche Kosmetik

So, nun hat Zürich den Salat. Gepfeffert zubereitet von den bürgerlichen Parteien. Der Stadtrat wurde dank einer Machtdemonstration von SVP, FDP, GLP, CVP und EVP dazu gezwungen, Einsparungen im Budget vorzunehmen, die nicht nötig gewesen wären, dafür aber umso schädlicher für unsere Stadt sind.

Gesunde Finanzen - inakzeptable Sparmassnahmen
Ja, die Stadt hat anfangs ein Defizit von 220 Millionen für 2011 geplant. Das klingt nach einem grossen Defizit, wenn man sich aber die Finanzen der Stadt Zürich anschaut, ist dies kein sehr grosses Defizit. Besonders, wenn man bedenkt, dass es ein KONJUNKTURELLES und kein STRUKTURELLES Defizit ist (also aufgrund der schlechten Wirtschaftslage und nicht aufgrund der schlechten Finanzlage, vielleicht sollten die Bürgerlichen den Unterschied mal googeln). Dass es der Stadt in den letzten Jahren gelungen ist, Schulden von knapp 1.5 Milliarden Franken abzubauen und gar ein Eigenkapital von knapp 1 Milliarde anzuhäufen spricht bereits für sich. Aber egal, die Bürgerlichen wollten das so und zwangen den Stadtrat zu sparen, was er nun auch tun musste.
Auch ich wäre dafür gewesen, dass Zürich ein neues Fussballstadion oder ein neues Kongresshaus erhält und notwendige Sanierungen an der Infrastruktur vornimmt. Dass diese Projekte nun halt verschoben werden ist ärgerlich und kurzssichtig.
Was aber auf gar keinen Fall zu akzeptieren ist, sind die Kürzungen beim Personal der Stadt. Nicht nur aber vor allem im ohnehin schon überlasteten Gesundheitswesen und bei der öffentlichen Sicherheit geht es auf gar keinen Fall, dass Einsparungen vorgenommen werden!!

Sparbeispiel Pflegepersonal
Das Personal der Spitäler leistet verdammt wichtige Arbeit! Es sorgt für unsere Gesundheit, wenn wir Pflege benötigen. Wir alle sind dankbar, wenn wir in Spitälern gut betreut werden und das Pflegepersonal, das bei seiner Arbeit täglich mit den schaurigsten Dingen konfrontiert wird, uns professionell betreut. Und ja, zur täglichen Arbeit des Pflegepersonals gehören Dinge, bei denen sich uns nur schon beim Gedanken daran der Magen umdreht! Wir sollten diesen Menschen also sehr, sehr dankbar sein. Aber was tun wir statt dessen? Wir ignorieren, dass das Pflegepersonal personell derart im Anschlag ist, dass es dauernd unter extremem Zeitdruck arbeiten muss. Wir setzen Spitälern einem Wettbewerb aus, der den Druck unter den Spitälern derart steigert, dass wiederum das Personal darunter zu leiden hat. Wir überhören die Warnungen des Pflegepersonals, dass es unterbesetzt ist und zu wenig Leute findet, die bereit sind, diesen Beruf auszuüben. Und auch die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: 2009 verzeichnete das Triemlispital im stationären Bereich 19,477 Patienten, 2010 waren es über 20,000 Patienten. Das alles ignorieren wir und denken, dass es dann schon irgendwie gehen wird. Wie kurzssichtig ist dieser ignorante Irrglaube eigentlich?
Und jetzt, wo wir uns endlich dazu entschlossen haben, das Pfelgepersonal wenigstens ein wenig zu entlasten, wird hier wieder gestrichen. Statt dem Pflegepersonal endlich einmal den längst überfälligen Dank auszusprechen, treten wir ihm in den Hintern: Das Personal wird nicht entlastet und das Budget für Aus- und Weiterbildungskosten des Pflegepersonals um 25% gekürzt. Wie falsch dies ist, sieht man auch konkret am Beispiel des Stadtspitals Triemli: Da in anderen Spitälern die Geburtenabteilung geschlossen wurde und dadurch mehr Frauen im Triemli gebären ist bekannt, dass das Personal völlig am Limit arbeitet. Obwohl die Geburtenabteilung des Triemli in den kommenden Jahren jährlich 100 bis 300 mehr Geburten haben wird und deswegen dringendst auf mehr Personal angewiesen ist, mussten die 7 geplanten zusätzlichen Stellen gestrichen werden.

Sparbeispiel Polizei
Wer nicht hinter dem Mond lebt, weiss auch, dass Zürich sich in den letzten Jahren immer mehr zu einer sehr lebendigen 24h Gesellschaft gewandelt hat, in welcher die Leute viel öfters ausgehen und ein immer breiteres Partyangebot besteht. Dass dies aber auch eine Schattenseite hat und somit mehr Polizisten und Sanität nötig werden, ist logisch, weswegen eigentlich 15 neue Polizei- und 2 neue Sanitätsstellen hätten geschaffen werden sollen. Aber nein, auch hier trifft die Sparattacke der Bürgerlichen die Bevölkerung: Die geplanten Stellen werden gestrichen, die öffentliche Sicherheit und das Personal bei der Polizei und in den Spitälern leidet.

Dankbarkeit statt Strafaktion
Das soll, darf und kann nicht sein. Es ist höchste Zeit, dass vor allem die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der Bürgerlichen von ihrem hohen Pferd runtersteigen und sich endlich einmal dankbar für die enormen Leistungen zeigen, die vom Personal dieser Stadt erbracht wird. Dankbar dafür zeigen, dass man sich sicher fühlen kann und dankbar dafür zeigen, dass man in den Spitälern trotz den harten Arbeitsbedingungen gut betreut wird. 
Wenn die Bürgerlichen auf ein neues Stadion oder auf ein neues Kongresshaus verzichten wollen, ist das eine Sache, die sie mit ihren Wählerinnen und Wählern ausmachen müssen. Dass geplante Investitionen einfach um ein Jahr verschoben werden, ist nichts weiter als kurzfristige Kosmetik unseres Budgets. ABER die Sparmassnahmen, die das Personal betreffen sind ABSOLUT INAKZEPTABEL und können nicht einmal ansatzweise gerechtfertigt, gschweige denn in Kauf genommen werden. Hier wird diese billige Kosmetikpolitik der Bürgerlichen schädlich, für die Bevölkerung und das arbeitende Personal!
Die SP wird sich im Gemeinderat dafür einsetzen, diese unsäglich arroganten Angriffe der Bürgerlichen auf das Personal rückgängig zu machen. Ich hoffe, dass mindestens ein paar Bürgerliche erkennen, wie falsch diese Sparattacken sind und sich entschliessen, diese zusammen mit der SP aus dem neuen zu kippen. Aus Anstand gegenüber der Bevölkerung und dem hart arbeitenden Personal der Stadt Zürich!

Freitag, 17. Dezember 2010

Waffen töten! Darum JA zur Waffenschutzinitiative!

Endlich! In etwas mehr als zwei Monaten ist es soweit. Das Volk kann über die Volksinitiative „Schutz vor Waffengewalt“ abstimmen. Die Initiative nimmt das dringend notwendige Anliegen, die Armeewaffe im Zeughaus statt zu Hause aufzubewahren, auf und lässt nun das Volk über das Schicksal der Armeewaffe entscheiden.

Mehr Sicherheit durch strengere Waffengesetze

Diese gut durchdachte Initiative fordert aber nicht nur, dass die Armeewaffe im Zeughaus aufgewahrt werden soll, sondern verschärft auch noch das Waffenrecht. So sollen nur noch Leute eine Waffe kriegen, die nachweisen können, dass sie eine Waffe benötigen (z.B. Sportschützen) und hoch gefährliche (und absolut unsinnige) Waffen wie Pump Actions werden verboten. Desweiteren soll es endlich ein zentrales Waffenregister geben.

Ich kann das Wort endlich nicht genug erwähnen. Endlich können wir über diese dringend notwendigen Punkte abstimmen und haben die Chance einen uralten Zopf abzuschneiden.

Unnötiges Risiko

Trotzdem sind Bundesrat, Parlament und die Bürgerlichen dagegen. Dass die ewiggestrige SVP, die politisch irgendwo im Mittelalter stehen geblieben ist, gegen die Initiative ist, ist ja eine Sache. Dass aber die anderen Bürgerlichen da mitziehen, ist ziemlich bedenklich.

Denn etwas ist heute klar: Es gibt überhaupt, absolut, rein gar keinen, ja nicht mal den Hauch eines Grundes, wieso die Armeewaffe noch nach Hause mitgegeben werden soll. Früher, als um die Schweiz herum Kriege tobten, machte dies vielleicht noch ein wenig Sinn (obwohl die beste Verteidigungsstrategie ja ohnehin das Horten von gewissen Geldern war, aber lassen wir das). Heute ist dies nicht mehr der Fall. Es stellt heute nur noch ein unnötiges Risiko dar, wenn eine Armeewaffe im Schrank aufbewahrt wird. Ein Risiko, das bereits zu schrecklichen Todesfällen geführt hat, wie wir immer wieder in der Zeitung lesen können. Laut einer Studie sterben gar jährlich 300 Menschen in der Schweiz aufgrund von Schusswaffen. 300!!!

Daher ist auch sonst eine Einschränkung des Waffenhandels notwendig. Es ist nicht zu verstehen, wieso man sich einfach so eine Waffe kaufen soll. Wer nachweisen kann, dass er z.B. in einem Schützenverein ist, kann die Waffen weiterhin kaufen, wer aber nicht nachweisen kann, wofür er die Waffe braucht, muss auch keine haben, so einfach ist das. Es handelt sich hier immerhin nicht um irgendwelche überflüssigen Objekte, sondern um Tötungsmaschinen. Tradition hin oder her, Waffen wurden gemacht um zu töten. Deswegen ist es völlig logisch, dass man nachweisen soll, wofür die Waffe benötigt wird und man entsprechende Fähigkeiten hat, kann man das nicht tun, soll man die Waffe auch nicht erhalten, ganz einfach.

Kein Wunder also, dass die Gegner verzweifelt versuchen, so etwas ähnliches wie halbwegs plausible Argumente vorzubringen. Da die Notwendigkeit der Initiative derart logisch erscheint, möchte ich mich den Argumenten der Gegner widmen.

Argumente der Gegner

Argument 1: Es werden mehr Menschen mit Messer als mit Armeewaffen getötet.
Diesen Vergleich hört man oft. Aber kann man den Zweck eines Messers wirklich mit einer Armeewaffe vergleichen? Genau, Armeewaffen kann man schliesslich auch in der Küche brauchen, das Bajonett kann man hervorragend gebrauchen, um Fleisch oder Gemüse zu schneiden. Mit den scharfen Kugeln kann man Fleisch per Knopfdruck hacken und gibt es das Wort „Rüsten“ nicht sowohl in der Küche als auch im Militär? Der Vergleich ist absolut absurd. Eine Armeewaffe ist da um zu schiessen. Der Zweck einer Armeewaffe ist es zu schiessen. Im Militär lernt man damit Leute zu erschiessen. Einen anderen Zweck hat die Waffe nie gehabt und wird sie auch nie haben (ausser eben für Sportschützen, aber die sind ja ausgenommen).  

Argument 2: Die Armeewaffe im Schrank ist wichtig für die Sicherheit unseres Landes, es kann ja schliesslich sein, dass wir plötzlich angegriffen werden und dann müssen unsere Soldaten ihre Waffen griffbereit haben.
ABSOLUT! Aber es kann natürlich auch sein, dass wir morgen von herrschsüchtigen Aliens angegriffen werden, die eine geheime Allianz mit Gadafi geschmiedet haben, um die Schweiz auszurotten. Da der Rest der Welt die Schweiz ja eh nicht mag, weil wir die Besten und alle anderen neidisch sind, hilft uns niemand. Da man die Aliens aber nur mit Emmentaler Käse besiegen kann, müssen wir sofort mit dem Bau Emmentaler-Käse-Bomben beginnen. Klingt das lächerlich, liebe Gegner? Willkommen im Club!

Argument 3: Die Taschenmunition wird ja bereits nicht mehr nach Hause gegeben, womit keine Gefahr mehr von der Armeewaffe ausgeht.
Erstens ist es viel einfacher Munition zu besorgen, als eine ganze Armeewaffe und zweitens, widerspricht das nicht irgendwie Argument Nummer 2?

Argument 4: Es geschehen wenige Morde mit Armeewaffen.
Bitte sagt das doch einmal den Angehörigen einer Person, die durch eine Armeewaffe erschossen wurde. Und schaut ihnen dabei in die Augen. Es gibt keinen einzigen Grund die Armeewaffe zu Hause aufzubewahren. Daher ist auch jeder Tod, der durch eine Armeewaffe ausgelöst wird umso tragischer, weil es nicht mal ansatzweise einen Grund gibt, wieso dieses Risiko einzugehen.

Argument 5: Die Armeewaffe ist der Vertrauensbeweis des Staats in seine Soldaten.
Da mir vor Rührung gerade die Tränen kommen, fällt es mir schwer, hierzu was zu schreiben, aber ich versuchs. Es ist ja wirklich nett, dass der Staat ein solches Vertrauen in seine Soldaten hat. Es wäre aber ebenso nett, wenn er die Sicherheit des Volkes über ein symbolisches Vertrauensbeweischen , das wohl als Entschädigung für die Erniedrigung, die Soldaten während der RS auf sich nehmen mussten, gedacht ist, sorgen würde.  

Argument 6: Die Befürworter wollen ja eh nur die Armee abschaffen.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich und sehr viele andere, die für die Initiative sind, diesen Verein nicht abschaffen wollen, darum geht es nicht. Wir stimmen nicht über die Frage, ob wir die Armeewaffe ins  Zeughaus verbannen und gleichzeitig die Armee so nebenbei abschaffen wollen.

Argument 7: Nicht die Armeewaffen sind gefährlich, sondern Waffen, die Private erwerben.
Genau, darum regelt die Initiative ja auch den Kauf und Besitz von privaten Waffen. Wer so argumentiert, kann daher der Initiative mit gutem Gewissen zustimmen.


Fazit

Das Fazit ist klar: Die Armeewaffe ist ein Tötungsinstrument. Sie gefährdet Menschenleben und der Staat unterstützt diese Gefährdung, wenn er jedem Soldaten die Armeewaffe mit nach Hause gibt. Es besteht kein Grund, unser Volk einem derart grossen Sicherheitsrisiko auszusetzen, weswegen die Initiative am 13. Februar 2011 unbedingt angenommen werden muss! 

Dienstag, 14. Dezember 2010

Für eine pragmatische SP

Pointierter Linkskurs

Die Wellen, die der Parteitag Ende Oktober in Lausanne geworfen hat, sind noch nicht abgeflacht, die Niederlangen bei der Ausschaffungs- und der Steuergerechtigkeitsinitative noch keineswegs überwunden und schon bringt die JUSO des Kantons Zürich eine Initiative auf den Tisch, die eine „Bonzensteuer“ fordert, welche nun dank einer hauchdünnen Mehrheit von SP Delegierten nun auch von der SP unterstützt wird. Juhu, die SP zieht nun gegen "Bonzen" ins Feld und erzieht sie also mit höheren Steuern zu besseren Menschen, schliesslich ist es "unanständig" ein Vermögen von 2 Millionen Franken zu besitzen (wie ein Juso Vertreter sagte). 
Die Cedric Wermuths unserer Partei ziehen derweil durchs Land, verbreiten linke Kampfrhetorik (wobei der zugegebenermassen rhetorisch brillante Cedric Wermuth rechte Politiker & Co. in Diskussionen in den Boden stampft, sodass es eine wahre Freude ist) und versprühen ein bemerkenswertes Selbstbewusstsein (um es mal nett auszudrücken), indem sie behaupten, die SP müsse sich klar links positionieren, um wieder Erfolge feiern zu können.

Tatsächlich? Die Schweiz ist alles andere als ein „linkes“ Land. Umso schöner muss es für hoffnungslose Idealisten sein, wenn sie unter sich linke Kampfesrhetorik und Mini-Revolutionsträume verbreiten können. Wie stolz kann man doch sein, wenn man sich als Hüter der wahren Sozialdemokratie (pardon Sozialismus) sieht und dabei gerne einmal andersdenkende Sozialdemokraten als Verräter brandmarktet (wobei schnell vergessen geht, dass das soziale Gedankengut nicht nur für Gleichdenkende gilt). Selten habe ich die Worte „Verräter“ und „wahre Sozialdemokraten“ so oft gehört, wie am Parteitag in Lausanne. Dass dabei auch zum Zweihänder gegriffen wurde und ParteikollegInnen, die für den Gegenvorschlag der Ausschaffungsinitative warben, ausgebuht, als Verräter sozialdemokratischer Grundwerte oder in fremdenfeindliche Ecken gestellt wurden, scheint kein Widerspruch zur „solidarischen“ Gesellschaft zu sein. Das Ergebnis des Parteitags ist bekannt: Die SP fordert unter anderem einen „raschen EU-Beitritt“, die „Überwindung des Kapitalismus“ und die Abschaffung der Armee. Der linke Flügel der Partei, vor allem aber die JUSO, jubeln noch heute und wittern bereits revolutionäre Morgenluft. Die Medien schrieben einhellig "vom Sieg der Fundamentalisten über die Realisten der SP".  

Der Haken

Die Sache hat nur einen Haken: Mit linksaussen Kampfesrhetorik manövriert sich die SP selbst ins Abseits. Die einzigen Gewinner dieser Rhetorik sind die Rechten, die sich Negativpropaganda gegen unsere Partei sparen können. Ausserhalb eines linksintellektuellen Grüppchens stösst die ultarlinke Rhetorik der SP auf wenig Verständnis und die Bevölkerung nimmt die SP zunehmend weniger ernst. Für seine Ideale soll und muss man kämpfen, wer aber stur auf alten Idealen beharrt, tut nichts, aber auch gar nichts für eine sozialere Schweiz, sondern sorgt nur dafür, dass er weniger ernst genommen wird. Grundsätzlich könnte mir das ja egal sein, das Problem ist aber, dass die ganze Sozialdemokratische Partei und all ihre Mitglieder und Leute, die sich in dieser Partei engagieren mit diesem linksaussen Etikett angesehen werden.

Schädliche Fundamentaleinstellungen

Natürlich kann man für eine Abschaffung der Armee sein und sich über dieses Sätzchen im Parteiprogramm wahnsinnig freuen. Dass dies aber allen RealpolitikerInnen schadet, die seit Jahren Knochenarbeit für eine Reform der Armee leisten, wird dabei rasch vergessen. Im Februar stimmen wir über die Waffenschutzinitiative ab, welche die Armeewaffe ins Zeughaus verbannen will, ein wichtiges Anliegen, für das sich viele Leute in der Partei jahrelang eingesetzt haben. Mit der Forderung, die Armee ganz abzuschaffen, servieren wir den Bürgerlichen aber ein Argument auf dem Silbertablett, um die Initiative zu bekämpfen. Schon jetzt muss ich mir anhören, dass es uns doch gar nicht um die Armeewaffe, sondern um die Abschaffung der Armee geht, womit man gar nicht mehr ernst genommen wird.

Dasselbe bei der Steuergerechtigkeitsinitative der SP. Das moderate Anliegen, das für zumindest ein wenig mehr Gerechtigkeit in unserem Land gesorgt hätte, wurde fortan mit dem Argument, die SP wolle den Kapitalismus überwinden, bekämpft. Die Gerechtigkeit stand nicht mehr im Vordergrund, sondern nur noch die Tatsache, dass die SP den Kapitalismus überwinden will, wofür die Steuergerechtigkeitsinitiative doch nur ein verkappter Anfang sein sollte.

Handicap bei Verhandlungen

Ideale hin oder her, linkes Kampfgeschrei nützt vielleicht innerhalb revolutionärer Grüppchen etwas und eignet sich für Waldhöckete, an welchen man um ein Lagerfeuer sitzt, einen Joint raucht und über eine Revolution in unserem Land sinniert. Damit hat man aber noch gar nichts für unser Land getan, im Gegenteil, man macht es jenen Politikerinnen und Politiker, die Verantwortung übernehmen und für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen wollen, schwerer, in zähen politischen Verhandlungen soziale Kompromisse erzielen zu können.

Ein pointierter Linkskurs nützt unserer Partei nichts, er schadet uns. Die Leute nehmen uns nicht mehr richtig ernst, womit wir zunehmend Wählerinnen und Wähler verlieren. Klar kann man sagen, dass wir wenigstens keine Fahnen im Wind sind, die eigenen Ziele aber zu reflektieren, den eigenen Weg zu überdenken und Verbesserungen durch Kompromisse erzielen zu können, hat aber nichts mit der berühmten Fahne im Wind zu tun. Auch wenn Cedric Wermuth in allen Medien verbreitet, die SP habe nur eine Zukunft, wenn sie sich klar links orientiert und dabei die Labour Partei unter Tony Blair oder die SPD unter Gerhard Schröder als negative Beispiele eines mitte-links Kurses nimmt, bin ich überzeugt davon, dass dieser Weg direkt ins Ende unserer Partei führt. Cedric & Co vergessen nämlich, dass die Labour Partei in England und die SPD in Deutschland  1997 respektive 1998 erdrutschartige Rekorderfolge bei der Wählerschaft feierte, nachdem sie sich gegenüber der Mitte geöffnet hatten und einen mitte-links, statt einen klar linken Kurs verfolgten.

Nötiger Einsatz für eine gerechte Gesellschaft

Die Schweiz braucht, genauso wie jedes Land dieser Welt, eine sozialdemokratische Partei, die sich  (mit ihren beiden Flügeln) für eine solidarische Gesellschaft einsetzt. Und dass man mich hier ja nicht falsch versteht: der Klassenkampf tobt auch heute noch in der Schweiz. Allerdings subtiler und anders, als dies noch vor ein paar Jahren war. Deswegen braucht es auch andere Ansätze und eine andere Strategie, um unser Ziel, die Gesellschaft gerechter und sozialer zu gestalten, erreichen zu können.

Die SP nützt niemandem etwas, wenn sie sich als weltfremde Linksaussenpartei gibt, welche die Klassenkampfrhetorik aus Marxzeiten noch nicht überwunden hat. Als zweitstärkste Partei dieses Landes, mit dem Anspruch mehr Einfluss auf die Politik zu nehmen und die SVP als wählerstärkste Partei verdrängen zu können, müssen wir uns gegenüber der Mitte öffnen, was keineswegs bedeutet, dass wir unsere sozialdemokratische Herkunft verleugnen oder vergessen müssen. Nur mit einem sozialliberalen Kurs, der sich auch nicht vor linken Tabus scheut, erreichen wir unser Ziel, die Gesellschaft gerechter zu gestalten.